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MBDA ASRAAM

(Advanced Short-Range Air-to-Air Missile)


ab Block 1 / 2003
max. 6 Stück pro Maschine

Entwicklung

Das ASRAAM-Programm startete 1982 als Teil eines Übereinkommens zur Entwicklung einer Luft/Luft-Lenkwaffen-Familie, unterschrieben 1980 von Frankreich, Deutschland, England und den USA.

ASRAAM auf einem Harrier GR.Mk7, daneben der 90° Winkelsucher

Auch der Tornado F.Mk3 wird mit der ASRAAM ausgestattet.

Der erste ASRAAM-Exportkunde ist Australien mit der F/A-18 Hornet.
Foto: ©RAAF, ARDU and 92 Wing Photographic Section

Diese Übereinkunft sah die Entwicklung der radargelenkten BVR-Rakete AMRAAM in den USA und deren Co-Produktion in Europa vor, während die infrarotgelenkte WVR-Rakete ASRAAM in Europa entwickelt und in den USA co-produziert werden sollte.
Die technische Führung im ASRAAM-Programm wurde durch BGT und BAe Dynamics (später Matra BAE Dynamics / heute MBDA). 1989 entschied sich Frankreich die MICA zu entwickeln und Deutschland schied ebenfalls aus dem Programm aus.
1990 begannen die USA sich aus dem Programm zurückzuziehen und wendeten sich einer Weiterentwicklung der Sidewinder zu - die zur AIM-9X führte.

Übrig blieb England, dass das Programm alleine fortsetzte. 1992 wurde das Konzept komplett überarbeitet und ein bilddarstellender Infrarotsucher von Hughes (jetzt Raytheon), ein Gefechtskopf von Daimler-Benz Aerospace (jetzt Tiel der MBDA) und ein Zünder von Thomson-Thorn Missile Electronics eingebaut.

ASRAAM soll in England auf den Flugzeugtypen Eurofighter Typhoon, Harrier GR.Mk 7/9, Tornado F.Mk3 und möglicherweise auch dem JSF Verwendung finden.

Der Vertrag zur Entwicklung und zum Bau von 1.000 Raketen wurde 1992 mit Matra BAe Dynamics (heute MBDA) unterzeichnet. Ein Vertrag für weitere 300 Raketen wurde 1994 unterzeichnet. Bis Mitte 1994 wurden 12 Gefechtsköpfe und 75 Feststoffmotoren getestet. Drei ungelenkte Testschüsse zur Überprüfung der Trennung der Rakete vom Trägerflugzeug wurden 1995 absolviert. Der erste gelenkte Testschuss fand im Mai 1996 statt, bis einschließlich Juli 2000 fanden insgesamt 22 gelenkte Abschüsse statt. Die Produktion der Rakete begann 1997, die Indienststellung war für Dezember 1998 geplant, verzögert sich in England aber bis heute.

Australien entschied sich 1998 hre F/A-18 mit ASRAAM auszurüsten. Flug- und Integrationstests fanden ab Dezember 1999 statt, die Indienststellung fand 2002 statt.

Beschreibung

ASRAAM ist ein Kurzstrecken-Luft/Luft-Lenkflugkörper mit einem "all-aspect"-Infrarotsuchkopf angetrieben durch ein Feststofftriebwerk und bewaffnet mit einem Splittergefechtskopf.
Die Rakete selbst ist Flügellos und besitzt nur kleine Delta-Kontrollflächen am Heck der Rakete. Der Auftrieb für den Flug wird durch den Raketenkörper erzeugt, der Schwerpunkt sorgt für eine verringerte Stabilität im Flug und somit hohe Manövrierfähigkeit. Die mechanische Aufhängung der Rakete ist ident mit Sidewinder und AMRAAM und die Rakete ist elektrisch kompatibel um sowohl an der analogen Sidewinder-Schnittstelle als auch an der digitalen AMRAAM-Schnittstelle angeschlossen werden zu können.

Die Rakete ist modular aus vier Sektionen aufgebaut. Am Bug befindet sich unter einem Glasdom der 128 × 128 Bildpunkte-Sucher mit einem +/-90° Schielwinkelbereich samt zugehöriger Kühlung. Die Suchkopfkühlung selbst erfolgt über die Raketenstartschiene mit Argon, Nitrogen oder Luft. Digitale Datenverarbeitung ermöglicht das aufschalten des Suchkopfes auf einen konkreten Zielpunkt am Flugzeug und eliminiert so die Chancen der Gegenmaßnahmen.
Danach folgt die Raketenelektronik, die Zündung und der Gefechtskopf. Die dritte Sektion bildet der Raketenmotor mit einem Boost-Erhaltungs-Antriebsprofil. Die vierte Sektion enthält die Steuerflächen samt zugehörigem Antrieb.

Gelagert wird die Rakete ausschließlich im dafür entworfenen Container. Wenn die Rakete ans Flugzeug montiert wird startet automatisch der eingebaute Selbsttest.
Jeder angezeigte Fehler wird mittels einem Test Set überprüft und wenn durch dieses bestätigt, die Rakete zum Hersteller zurückgeschickt. Mit Hilfe des Test Set's können auch Software-Updates in die Rakete eingespielt werden.

Daten

Länge: 2,90m
Durchmesser: 16,6cm
Flügelspannweite: 45cm
Gewicht: 87kg
Geschwindigkeit: bis zu Mach 3,5
Antrieb: Feststoffmotor
max. Einsatzschussweite:: 15km ~ 25km
Lenkung: bilddarstellender Infrarotsuchkopf - "fire-and-forget"
Gefechtskopf: 10kg hochexplosive Splitterladung
Zündung: Laser-Annäherungs- und Aufschlagzünder